Nach dem Einchecken im Hotel sind wir dann zu Fuss durch die Stadt gezogen und haben uns zwei Fahrraeder gemietet. Statt schoener Mountainbikes gab es zwei suesse rosa Raedchen ohne Gangschaltung - ganz zur Belustigung der Dame hinter dem Tresen. Aber ok, dem Deutschen ist ja nichts peinlich und so ging's ab durch die Strassen Vientianes. Deren franzoesische Vergangenheit ist uebrigens noch an vielen Stellen sichtbar, sei es an einigen zweisprachigen Schildern oder den Baguettes, die es ueberall zu kaufen gibt. Dabei spricht kaum einer der jungen Laoten heutzutage noch Franzoesisch.
Nach dem Dinner in der Bar neben unserer Unterkunft landeten wir in einer Bar namens "Wind West" (nein, kein Schreibfehler). Dort gab es Livemusik einer jungen laotischen Band, deren lokale Songs wesentlich besser waren als der grausige Versuch, bekannte Stuecke zu covern...aber vielleicht sind wir Europaeer da auch etwas anspruchsvoller. Nach einigen Beer Lao (wirklich gut) fuer umgerechnet 0,80 Euro fuer den 635ml Humpen und der Analyse der laotischen Trink- und Feierkultur hiess es dann gegen 23:30 Uhr Musik aus und Licht an...ja es gibt eine Sperrstunde in Vientiane und danach haben sich alle zu richten. Zwar existieren einige Bowling-Center, die auch laenger oeffnen duerfen, aber generell ist spaetestens um Mitternacht der Laden dicht.
Wir mussten also auch aufbrechen (unter dem Tisch kroch uebrigens noch eine etwa zeigefingerbreite Kakerlake...fein fein) und durch die Hintertuere raus. Und wie es kommen musste : Andi und Steffen "Lost in Translation". Ein paar Mal falsch abgebogen und wir hatten uns komplett verlaufen. Vorbei an streunenden Hunden und duesteren Hinterhoefen sind wir dann in einem Wohngebiet gelandet. Wir wussten zwar, dass die Richtung stimmte, aber irgendwie kamen wir nicht klar. Tokyo ist kein Problem, aber das Provinznest raubte mir jeglichen Orientierungssinn.
An einem Haus sassen zwei Einheimische in unserem Alter, die wir nach dem Weg fragen wollten. Unser Laotisch war nicht besonders gut und der Versuch der Gegenseite, uns in die korrekte Richtung zu lotsen, scheiterte ebenfalls an der Sprachbarriere. Stattdessen durften wir Platz nehmen und erstmal einige Bier verzehren. Alles sehr nett, aber wir wollten dann doch zurueck zum Hotel. Mit einer krakeligen Wegzeichnung bewaffnet konnten wir uns schliesslich loseisen und haben es dann irgendwie auch geschafft, zum Beau Rivage Mekong zurueck zu finden.
